zum Thema Burnout

 

Was führte 2010 in meinem Fall zur ernsthaften Burnout Krise?

Heute, acht Jahren später würde ich sagen:


"Eine Ansammlung unerledigter Themen,
die bereits meine Ahnen beschäftigten."

 

Nachfolgend sind vordergründige Auslöser der Krise aufgeführt. Die Hauptgründe kamen erst im Laufe der Therapie ans Licht:

  • Langer Arbeitsweg mit dem Zug und Auto
  • Unbefriedigende Arbeitsinhalte
  • Unvorstellbare und aussichtslose Machtkämpfe
  • Ungesunde Essensgewohnheiten
  • Ungenügende Atmung
  • Kaum Sportliche Aktivitäten
  • Körperliche Krankheiten, wie Schilddrüsenunterfunktion und Blutdruckprobleme, die bereits vor dem Burnout bekannt waren, jedoch nicht richtig therapiert wurden.

Innerhalb eines Jahres kam es während der Projektbezogenen Anstellung zu:

  • Schwindel- und Panik-Attacken
  • Ein zu hoher Blutdruck, der sich medikamentös nicht mehr einstellen liess
  • Schilddrüsen Unterfunktion durch falsche Dosierung der Medikamente
  • Hörsturz mit bleibendem Tinitus
  • Reizdarm mit Durchfallattacken
  • Rückenschmerzen, vor allem im Nackenbereich
  • Leseschwäche (verdrehte Buchstaben)
  • Weinerlich, nicht mehr belastbar (rasch die Nerven verloren)
  • Körperlich völlig ausgepumpt
  • Schlafstörungen
  • Übersäuerung

Und trotz allem ging ich weiter zur Arbeit, weil ich bis Projektende versprach, DURCHZUHALTEN…….!

Ein verhängnisvolles Lebensmuster, das mir jedoch zu spät bewusst wurde.

Der Weg aus der Krise

Die schlechte Nachricht
Es gibt kein allgemein gültiges Rezept, um aus einer Burn-Out Krise heraus zu finden. Jedes Burn-Out ist anders!

Die gute Nachricht
Es gibt viele Wege, um eine ernsthafte Burnout-Krise zu vermeiden. Dies bedingt jedoch eine grosse Portion Selbstkenntnis und den Willen, auch mal NEIN zu sagen.

Darum: Allen gefallen zu wollen ist Out, sich selber zu gefallen ist In. Und dies, ohne gleich zum Ego-Bolzen zu werden.

Wie reagieren, wenn es bereits zu spät ist und das Burnout seinen Lauf nimmt?

Sofort eine Fachperson aufsuchen, die sich mit dieser Thematik auskennt. Zu finden zum Beispiel innerhalb der Schweiz in der Clinica Holistica in Susch und in der Oberwaid in St. Gallen.
Beide Kliniken arbeiten seit Jahren erfolgreich mit ganzheitlichen Ansätzen auf diesem Gebiet und sind Krankenkassen anerkannt (Privat und Allgemein).

Persönliche Erfahrungen mit Therapien

Mir persönlich halfen die vertrauensvollen Gespräche mit meiner Ärztin, später mit einem anthroposophischen Arzt. Sich sein Leid von der Seele zu reden und auch lernen zu seinen Schwächen zu stehen, wirkt Wunder. Zudem erhält man eine völlig neue Optik auf die Krise. Man wird innerhalb therapeutischer Gespräche gezwungen, genau hinzusehen, um zu erkennen, was genau zur Krise geführt hat. Heilung ist erst möglich, wenn man emotional und nicht nur mental in die Tiefe der Krankheit taucht

Körperliche Fitness auf meine Bedürfnisse abgestimmt, helfen mir bis heute, meine Balance zu halten. Dazu gehören jeden Tag Spaziergänge mit mind. 10‘000 Schritten. Meine Fitness ist heute beachtlich, im Gegensatz zu vor acht Jahren. Da überkam mich Atemnot, wenn ich auch nur kurze Stecken rennen musste. Heute liegen 20 Km Wanderungen über Stock und Stein, Berg auf und ab, ohne Atemnot drin.

Atem-Therapie hat mich ebenfalls ein grosses Stück weitergebracht. Ungenügende Atmung, ergibt Sauerstoffmangel, der Mitschuld trägt an körperlicher Übersäuerung. Die richtigen Atemtechniken helfen zudem beim Überwinden von Panikattacken und Schwindel. Hat mir nachhaltig geholfen.

Akupunktur wurde durch die Klinikärztin verschrieben, half in meinem Fall jedoch nicht wirklich weiter.

Ich verzichtete von Anfang auf Psychopharmaka. Stattdessen nahm ich nach einiger Zeit auf Anraten meines Anthroposophischen Arztes Mariendistel Tropfen ein, um die Leber zu entlasten. Das half enorm. Die Leber dient als Entgiftungsmaschinerie unseres Körpers. Wenn der Körper nicht mehr genügend entgiftet wird, hat dies verheerende Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele. Das wird allgemein unterschätzt!

Da in meinem Fall per Zufall eine genetische Lactose Intoleranz erkannt wurde, die seit Geburt bestand und die bis anhin unbemerkt blieb, wurde ich gezwungen, meine Essensgewohnheiten umzustellen. Überhaupt spielte Ernährung plötzlich eine entscheidende Rolle. Ich gehe heute achtsamer mit meinem Körper um, was die Auswahl der Lebensmittel anbelangt.

Meine Magen-Darmbeschwerden bekam ich erst nach langer Zeit in den Griff. Dabei half mir vor allem Iberogast, ein Kräutermixtur aus der Apotheke. Zudem achte ich penibel darauf, was ich esse. Wenn eine stressige Situation ansteht, nehme ich rechtzeitig Homöopathische Kügelchen gegen Unruhezustände ein. In meiner Handtasche findet man immer Rescue Tropfen von Dr. Bach, ein unentbehrlicher Helfer in kritischen Situationen. Doch es gibt zum Beispiel auch von Dr. Zeller dieses und jenes an natürlichen Heilmitteln gegen Probleme jeglicher Art. Da empfiehlt es sich, sich durch einen aufgeschlossenen Arzt, Ärztin oder Apotheker/In beraten zu lassen. Ich für mich bin mit Homöopathie gut beraten, egal ob es Kreise gibt, die diese Heilmethode anzweifeln oder nicht!

Um Erschöpfungszustände rechtzeitig entgegen zu wirken, wurde ich durch eine Ärztin auf eine bestimmte Meditationsübung aufmerksam gemacht, die für mich heute noch Gold wert ist. Wer mehr darüber wissen möchte, bitte melden.

Ohrengeräusche bringt man kaum mehr ganz weg, doch in meinem Fall sind sie absolut erträglich. Dabei halfen mir vor allem Massagen, die den Oberkörper und Kieferbereich entlasteten. Heute wird es nur noch laut, wenn ich mich überanstrenge. Ich nehme dann das Ohrgeräusch als Warnsignal wahr. Nie hätte ich während der Krise gedacht, dass das lästige Rauschen wieder einmal weg geht. Doch Meditationsübungen, Fitness und eben Massagen waren und sind auch heute noch sehr heilsam.

Was in meinem Fall sehr mühsam war, war die Einstellung der Schilddrüsen Hormone und Normalisierung des Blutdrucks. Dieser Leidensweg hatte erst ein Ende, als ich einen neuen Hausarzt bekam und in der Hirslanden Klinik ein junger Kardiologe meinen Blutdruck medikamentös neu einstellte. Beide jungen Ärzte nahmen mich als Individuum wahr und hatten den Mut, medikamentös neue Wege zu gehen. Nach der neuen Medikamentenverschreibung kam mein ganzer Körperhaushalt wieder ins Lot. Ich fühlte mich wie neu geboren, was für mich nach acht Jahren Leidensweg ein wahres Wunder bedeutete.

Eine entscheidende Frage blieb jedoch

 

Warum habe ich es überhaupt so weit kommen lassen, dass sich in meinem Fall ein Burnout manifestieren konnte?
Und warum passierte dies ausgerechnet mir?

Diesen blinden Fleck über das "Gefallen wollen bis zum Umfallen" habe ich versucht in einem autobiographischen Roman in ein neues Licht zu rücken. Die Leserin oder der Leser entscheidet, ob mir dies gelungen ist!

 

Copyright © 2020 - Denise Frei Lehmann